28.08.2011
Am 28.08.2011 zog es meinen Bruder nochmal ins Revier, nachdem wir am Sonntag gut zu tun gehabt hatten. Ich selber konnte mich nicht mehr dazu aufraffen, zumal ich noch am PC E-Mails etc. beantworten mußte. Nach langem Bitten und viel Überzeugungsarbeit hatte ich meinen Bruder endlich dazu gebracht, KJG auszuprobieren. Nicht einfach, jemanden, der so stur sein kann, von seiner gut funktionierenden Munition zum Testen einer neuen Munition zu bringen. Ich sagte meinem Bruder noch, dass ich nachkomme, falls er Hilfe braucht z.B zum Bergen (oder zum Nachsuchen, falls die neue Munition nicht funktioniert...usw..), weil bei uns nach den massiven Regengüssen grosse Teile des Revieres unter Wasser stehen. 19.30 Uhr kam dann meine Frau vorbei und sagte, daß mein Bruder mich braucht. Mein Handy hatte sich dummerweise " verabschiedet", sodass mich der direkte Anruf nicht erreichen konnte. Also flott ins Auto gesprungen, in der Eile natürlich die Hälfte der Ausrüstung zu Hause gelassen. Jagdhorn dabei, Bergehilfe dabei, aber Messer und Gummistiefel vergessen.... Nun zum eigentlichem Jagdgeschehen. Mein Bruder war aufgebaumt, als sich nach einer 3/4 Std. in 128 m Entfernung ein einzelner Dammspiesser zeigte. Dieser zog mal Spitz nach vorn, dann ein kurzes Abspringen und er zog leicht weg. Kurz verhoffend, sprang er dann wieder in Richtung meines Bruders, schüttelte das Haupt usw. so zog es sich dann scheinbar ewig hin, bis der Spiesser dann kurz breit stand. Waffe im Anschlag, eingestochen und schon war die Kugel aus dem Lauf. Der Spiesser zeichnete kurz und sprang dann ab. Wie üblich warten wir nach dem Schuss so ca. 15 min , falls das Wild nicht im Knall gestreckt wurde. Unverhofft zog aus dem " Nichts" heraus ein 2ter Dammspiesser, den Hinterlauf stark schonend über die Wiese Richtung Wald. Ein sauberer Blattschuss war nicht anzutragen, so dass mein Bruder aufgrund der Vegetation keine andere Wahl sah, als einen Trägerschuss auf ca.80 m anzutragen. Ich möchte ganz deutlich noch einmal darauf hinweisen, daß dieser Schuss nur deshalb dort angetragen wurde, weil der Spiesser stark schonte und keine andere Möglichkeit zum Antragen des Schusses gegeben war. Wir schiessen sonst waidgerecht 2 fingerbreit hinter das Blatt.( siehe Spiesser Nr.1) Der Spiesser brach im Knall zusammen. Beim Anschuss des ersten Spiesser angefangen, hatten wir nach ca. 3 Min. den Spiesser gefunden. Die Fluchtstrecke war ca. 25 m und auf diesen 25 m war eine Schweissfährte, die genauso aussah, wie bei dem Bericht über den Überläufer- einfach Spitze. Das hat sogar meinen Bruder überzeugt. Der Schuss lag, wie man sehen kann, genau hinter dem Blatt und hat sauber die Lunge durchschlagen. Die Wildbrettentwertung ist genauso gering wie bei dem Bericht über den Rotspiesser gewesen, obwohl das Geschoss genau auf die Rippen getroffen hatte. Das Schlimmste an diesem Abend waren die unendlichen Mückenschwärme. Mein Bruder konnte es sich nicht verkneifen, diese auf dem Wildkörper und direkt über ihm am Himmel zu photographieren.Während des Aufbrechens musste mein Bruder mir noch einmal die Unterarme mit Antimückenmittel einreiben, so schlimm waren die Blutsauger am Werke. Der 2. Spiesser lag wie erwartet am Anschuss. Wie bereits erwähnt, soll dieses Photo niemanden dazu animieren, auf den Träger zu schiessen, auch wenn die Munition ein hervorragende Präzision aufweisst. Wir selbst tragen solche Schüsse nur in Notfällen an, weil die Gefahr eines Äserschusses einfach zu hoch ist!!! Wenn der Spiesser gesund gewesen wäre, wäre kein 2ter Schuss gefallen. Ach ja, das Kaliber war diesmal nicht 8x 68 S. Mein Bruder schiesst .308 Winchester.
Horrido,
Ken Fischer
Jagdschule Eixen
Anmerkung SAX: Erlegung erfolgte mit Sax Werksmunition Sax .308 Win KJG-SR
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1. Dammspiesser (Einschuss hinterm Blatt) |
1. Dammspiesser |
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Lunge 1. Dammspiesser |
Ausschuss 1. Dammspiesser |
2. Dammspiesser Trägerschuss (Laufkrank) |
Einschuss Träger 2. Dammspiesser |
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kranker Lauf 2. Dammspiesser |